Der schnelle Zugang zu Informationen durch KI-Chatbots hat unseren Alltag verändert. Doch eine aktuelle Untersuchung der Psychologin Gloria Mark zeigt: Dieser Komfort hat eine Kehrseite. Unsere **Aufmerksamkeitsspanne** leidet messbar unter der ständigen Nutzung von Tools wie ChatGPT.
Relevant wird das, weil es nicht nur um Bequemlichkeit geht, sondern um eine fundamentale **Veränderung unserer kognitiven Fähigkeiten**. Wer sich zu sehr auf schnelle KI-Antworten verlässt, könnte langfristig die Fähigkeit verlieren, komplexe Probleme eigenständig zu lösen oder sich tief in Themen einzuarbeiten. Das betrifft jeden von uns, ob im Job, in der Schule oder im Privatleben.
Die Psychologin Gloria Mark, die seit über zwanzig Jahren digitale Technologien und ihre Wirkung auf unser Gehirn erforscht, sieht eine klare Tendenz. Sie beobachtet, dass die **zunehmende Nutzung von KI-Chatbots** den Wunsch nach kurzen, prägnanten Antworten verstärkt. Das führt dazu, dass wir immer weniger bereit sind, uns mit umfangreichen Texten oder komplexen Gedankengängen zu beschäftigen. Ihre Forschungsergebnisse präsentierte sie auf einer aktuellen Konferenz.
Für Privatpersonen, Studierende und Kreative bedeutet dies eine reale Gefahr. Die Fähigkeit, sich über längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren – etwa ein Buch zu lesen oder ein schwieriges Problem zu durchdenken – könnte abnehmen. Man wird eher zu einem **'Prompt-Tipper' als zu einem 'System-Architekten'**, der komplexe Zusammenhänge versteht. Das kann sich negativ auf Lernprozesse, Kreativität und sogar die geistige Gesundheit auswirken.
Auch für Unternehmen ergeben sich daraus konkrete Risiken. Wenn Mitarbeiter sich zunehmend auf schnelle KI-Antworten verlassen, könnten ihre **analytischen Fähigkeiten und ihr Problemlösungswissen** verkümmern. Das führt zu einer Abhängigkeit von den KI-Systemen, anstatt dass diese als reine Unterstützung dienen. Der Mensch als Freigabe-Instanz mag bleiben, doch die Fähigkeit, die KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen oder neue Lösungswege zu entwickeln, schwindet. Langfristig könnte dies die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit ganzer Teams schwächen.
Die Chance liegt darin, KI bewusst und als **Hilfsmittel für Konzentration** einzusetzen, nicht als Ersatz. Tools, die dabei helfen, Informationen zu strukturieren oder lange Texte zusammenzufassen, können Zeit sparen. Wenn du zum Beispiel eine komplexe E-Mail mit einem KI-Tool vorstrukturieren lässt, bleibt mehr Zeit, die entscheidenden Punkte selbst zu formulieren und zu durchdenken. Es geht darum, KI als Werkzeug zu nutzen, um den Fokus für wirklich wichtige Aufgaben zu schärfen.






